|
|
Im Kempo-Judo Ryu Jiu-Jitsu ist es
möglich, Kyu- oder Dan-Graduierungen entweder durch Prüfung, Anerkennung
oder Verleihung zu erwerben. Zuständig für die Durchführung und Abnahme
von Prüfungen ist das Hombu-Dojo in Schwäbisch Gmünd.
Der Grundgedanke dieser Kampfkunst zielt darauf ab, nicht möglichst viele
Einzeltechniken demonstrieren zu können, sondern auf möglichst viele Arten
des Angriffs angemessen, schnell und wirkungsvoll zu reagieren. Deshalb ist
das technische Repertoire - eine Synthese aus Kempo und Judo - getreu dem
Motto "Weniger ist manchmal mehr" bewusst auf realistische
Techniken beschränkt. Artistik und Show haben in der strassentauglichen
Selbstverteidigung nichts zu suchen. Alle Techniken, auch die Würfe, sind
aus diesem Grund bei Kyu- und Dan-Prüfungen ausschließlich in
ernstfallrelevanten Bewegungsabläufen und dynamisch zu zeigen. Dies gilt
auch für das sehr hoch zu bewertende Prüfungsfach "Freikampf", wo
Schläge und Tritte im Leichtkontakt sowie Würfe, Würger und Hebel im
Vollkontakt ausgeführt werden müssen (ein reines Andeuten ist nicht
ausreichend!).
Ein Prüfling soll stets erkennen lassen, dass er die grundlegenden
Bewegungsprinzipien des Kempo-Judo-Stils
verstanden hat und bei der Verteidigung umsetzen kann.
Die Kempo-Judo-Stoffsammlung soll dabei eine Orientierungshilfe sein. Dies
bedeutet aber keineswegs, dass nicht Techniken oder Kombinationen
ausserhalb der Stoffsammlung (zum Beispiel aus anderen Stilrichtungen) ebenso
sinnvoll sein können. Entscheidend für die Akzeptanz einer Bewegung im
Kempo-Judo ist das Funktionieren - und zwar gerade dann, wenn der Angreifer
nicht "mitspielt", sondern gegen den Verteidiger arbeitet.
Das Beachten der Rechtslage in Sachen Notwehr sowie eine grundsätzlich
friedfertige Geisteshaltung, das Respektieren der Dojo-Etikette und das
Tragen von Budo-Kleidung sind für alle Prüflinge obligatorisch.
Aggressives oder unehrenhaftes Verhalten (auch ausserhalb des Dojos) sind mit
einer Graduierung im Kempo-Judo generell nicht vereinbar.
Die Wartezeit zwischen den einzelnen Prüfungsstufen soll im Regelfall sechs
Monate betragen, wobei das "Überspringen" eines Kyu-Grades bei
herausragenden Leistungen möglich ist. Während Kyu-Grade von einem
qualifizierten Einzelprüfer (Dan-Träger beziehungsweise Inhaber einer
budospezifischen Übungsleiter- oder Trainerlizenz) abgenommen werden
können, besteht die Kommission bei Dan-Graduierungen aus drei qualifizierten
Prüfern, von denen mindestens einer nicht dem eigenen Verein angehören
soll.
Die Vorbereitungszeit für Dan-Grade
beträgt mindestens zwei Jahre. Eine Verkürzung ist nur durch aktuelle
herausragende Wettkampferfolge oder vergleichbare Leistungen um ein Jahr
möglich. Diese Wartezeiten gelten auch für Verleihungen. Die Wartezeit für
Graduierungen ab dem 6. Dan soll mindestens 5 Jahre betragen.
Im Kempo-Judo Ryu Jiu-Jitsu gibt es sechs Schülergrade: weißer Gürtel
(ohne Prüfung), gelb (5.Kyu), orange (4.Kyu), grün (3.Kyu), blau (2.Kyu)
und braun (1.Kyu). Für Inhaber des ersten bis fünften Dan ist der Gürtel
schwarz. Technische Prüfungen werden im Kempo-Judo Ryu Jiu-Jitsu bis zum
fünften Dan durchgeführt. Höhere Graduierungen können nicht durch eine
Prüfung erworben, sondern nur von den Dachverbänden (Kempo-Jujitsu
International Budo Association) mit Sitz in London beziehungsweise (
Kun-Tai-Ko International Assocation of Budo ) für besondere Leistungen oder Verdienste um den Budosport verliehen werden
|